Brief an die Deutsche Bahn #97: Eine Epiphanie

imageLiebe Bahn(-App),

endlich! Ich glaube, mit Dir habe ich nun endlich den richtigen Ansprechpartner gefunden. Wie lange habe ich gesucht. Doch immerzu bei den Falschen. Vor Jahren hätte ich schon drauf kommen und statt kraushaarigen Wissenschaftlern einfach Dich fragen können.

Seit den 80ern suche nicht nur ich danach, das ist Dir hoffentlich klar? Seit Michael J. Fox mit dem DeLorean eine der beiden Fichten umgenietet hat, wollen wirs alle mal ausprobieren. Und heute morgen dann die Epiphanie – wie Doc Brown als er diese verdammte Uhr auf dem Klo aufhängen wollte. Heute morgen, als mein Zug erst ausfallen, dann pünktlich kommen, anschließend 10 Minuten, dann 16 Minuten, dann wieder 10 Minuten zu spät sein sollte. Und obwohl wir später ein oder zwei Stationen (wer zählt schon) länger am Gleis standen als gewöhnlich, waren wir nur 7 Minuten zu spät am Zielort. Und die Tage, an denen Du laut App eigentlich 5 Minuten später angetuckert kommst und man extra etwas später am Gleis eintrudelt, aber Du bist längst fort? Genial!

Und natürlich rechtfertigen sich auch so besser Deine Preise. Glasklar! Du erfüllst tausenden Bahnkunden täglich ihren Traum vom Zeitreisen, ohne das sie’s merken. Denn Du hast ihn. Du hattest ihn schon immer, nutzt ihn volle Kanne aus und hälst ihn in allen Ehren: Den Fluxkompensator!

Mit zeitreisenden Grüßen
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>>Weitere Briefe aus dem Elfenbeinturm

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Liebster Award: Sänk Ju

liebster_award_logoErst einmal muss ich gestehen: Ich fühle mich wahnsinnig reumütig, denn der letzte Blogger Award, den man mir liebenswerterweise verliehen hat, ist aus zeitschrumpfenden Gründen im berüchtigten Dashboard-Nirvana ertrunken. (Es wird Zeit, dass ich mit den grauen Herren mal ein ernstes Wörtchen rede.) Deswegen erfülle ich – jetzt wo mich Maret von Loveletters to Beethoven für den Liebster Award nominiert  hat – schon mal den Frage-Antworten-Part, während ich gerade fidel durch London tuckere. Denn ich traue mir zu, dass sonst das Nirvana wieder zuschlägt und das wäre schade um die gut gewählten Fragen. Hier also live aus einem Bus irgendwo zwischen King’s Cross und Shoreditch meine Antworten:

Warum hast du angefangen zu Bloggen? Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Ich meine in Erinnerung zu haben, dass Federweißer und jede Menge Marmorkuchen im Spiel waren.
Wo schreibst du am liebsten? Im Zug, im Bus (wie jetzt gerade) oder im Café. Bei intensiver Textbearbeitung jedoch grundsätzlich zuhause.
Welches ist die wichtigste Mahlzeit des Tages? Tea (& Cookie) Time
Was ist dein Lieblingswort? Gugelhupf? Butterblume? Nacktmull? Es gibt einfach zuviele schöne Worte in der deutschen Sprache.
Hat das Bloggen dich irgendwie verändert? Nur in Bezug auf meine Wahrnehmung im Alltag, wie etwa der Frage: Könnte ich das bloggen?
Weiß dein Umfeld (Eltern, Freunde etc.), dass du bloggst? Ja, die meisten schon. Aber die kriegen ja täglich/wöchentlich die volle Dröhnung Eni und lesen daher eher mäßig meine Bloggerei. Für mich ist ein Blog ohnehin eine Möglichkeit Gleichgesinnte zu erreichen, die ich bisher noch nicht kannte.
Hörst du Musik während du schreibst? Mal so, mal so. Im Zug/Bus und Zuhause gelegentlich, im Café immer. Beim konzentrierten Schreiben eigentlich nur Instrumental oder Klassik.
Wenn ja, was hörst du gerade? Mit dem linken Ohr: Tom Odell. Mit dem rechten: Das Zucken des Kameraauslösers zweier sächsischer Touristen, die gerade aus dem Bus heraus Fotos von der Londoner Innenstadt knipsen als wären sie Japaner. Äußerst ryhthmisch muss man sagen.
Was liest du zurzeit? Zickzackkind von David Grossmann und die aktuelle brand eins.
Wohin wolltest du schon immer mal reisen? St. Helena. Aber Hawaii, Kuba oder eine andere Insel wären auch nicht übel 😉
Mit welchem Promi würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen? Mit dem fabelhaften Peter Ustinov. Aber sein Ableben macht das vermutlich etwas kompliziert.
Welches Zitat hat dich besonders berührt? Kürzlich >>dieses hier von Marguerite Duras.

Mehr Fragen habe ich übrigens schon mal für den Sunshine Blogger Award beantwortet >>Wen’s interessiert, hier entlang

Halloween Movie Moment: Bette Midler und der Hocus Pocus

Ja ja, ich weiß, nicht sehr einfallsreich an Halloween einen Movie Moment aus Hocus Pocus auszuwählen. Vor allem, da ich nicht mal zu der Sorte Halloween-Verehrer gehöre. Aber was muss, dass muss eben und in meinem Elfenbeinturm muss nun mal die herrlich feurige Höcker-Herzköniginnen-Frisur von Bette Midler auf dem Bildschirm flimmern, damit zwar keine Grusel- aber etwas Lachkrampfstimmung aufkommt. Nicht zuletzt betonte Bette Midler ja immer wieder, wieviel Spaß ihr der Filmdreh beschert hat. Dieser Movie Moment gehört daher ganz Bette Midler und Salem-Hexe Winifred Sanderson, die sich mit Zitaten wie „You know, I always wanted a child. And now I think, I’ll have one …ON TOAST.“ in mein Halloween-Herz gezaubert hat.

>>>Letzter Magic Movie Moment:
Barbra Streisand und ihr Mann<<<

Brief an die Deutsche Bahn, No. 98: Eine Vermisstenmeldung

wpid-img_20141028_081546.jpgLiebe Bahn,

dies ist kein gewöhnlicher Brief, in dem ich Dir mal so locker was daherkritzele. Dies ist eine offizielle Vermisstenmeldung! Gesucht werden…

…eliche Bahnbegleiter im Regionalverkehr, männlich oder weiblich, zwischen 25 und 50, etwa 1,65  bis 1,85cm, mit viel bis gar kein Haar. Sie tragen irgendwelche Klamotten und ein schwarzes Kartenlesegerät.

Es ist zu vermuten, dass diese seit dem nationalen Bahnstreik vor wenigen Wochen auf den süßen Geschmack der Freizeit gekommen sind. Wo früher noch reger Andrang und geschäftiges Gedrängel um den akkuraten Ticketbesitz herrschte – an den besten Tagen sogar mit drei Ticketkontrollen pro Stunde – sehnen sich heute Kunden nach menschlicher Nähe.

Falls die Vermissten dies lesen: Ich pendle im üblichen Zug – erster Wagen – und halte mein Ticket bereit. Ich würd euch so gern mehr Geld zahlen, aber mehr als meine Gehalt fressende Monatskarte ist einfach nicht drin.

Signatur

Das war ein >>Brief aus dem Elfenbeinturm