„Was macht man mit diesen dreiundfünfzig Minuten?“

Es stimmt mich immer ein wenig traurig, wenn ich „Der kleine Prinz“ lese. Nichtsdestotrotz entdeckt man in jedem Kapitel eine kleine Wahrheit, die einen beipflichtend nicken lässt. In diesem Sinne: Der Sommer kommt, also sucht euch einen Brunnen und trinkt genüsslich daraus. Mein Kapitel des Monats:

Der kleine Prinz

„Ich weiß nicht, was ein Buch ist.“

Mit diesen bibliomanischen Worten von Marguerite Duras melde ich mich aus der mir selbst auferlegten Weihnachts-Silvester-Pause zurück, die ich größtenteils – big surprise – mit Tonnen an Büchern und Schiffsladungen an Filmen verbracht habe. (Ganz zu schweigen dem Chaotenhaufen, den ich dankenswerterweise meine Familie nenne.) Eine – wie ich finde – äußerst zutreffende Umschreibung unseres alltäglichen Begleiters, bei der ich mir sofort die Frage stellte: Bei welchem Buch wusstet ihr zuletzt ‚Da ist eines! Grundgütiger, was für ein Buch‘ ?*     

Marguerite Duras

*In meinem Falle war es Fabian von Erich Kästner und Dear Life von Alice Munro

Frankfurter Buchmesse 2014: Eine Checkliste

Saint Young Men Dinge, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie an den Messetagen (laut) sage:
„Mein ICE hatte nur ein paar Minuten Verspätung.“
„Ich find die Luft in Halle 3 eigentlich ganz angenehm.“
„Mhm, gar nicht übel diese Frankfurter Würstchen.“ …mit ’nem trockenen Brötchen als Wingman für lächerliche 3,80€.
„Ohje, hab leider meine letzte Visitenkarte gerade rausgegeben. Soll ich Dir meine Nummer villeicht einfach aufm Arm notieren?“
„Wusstest Du, dass Jesus mit Buddha in Tokio inner WG lebt? Ich krieg echt gar nix mehr mit!“
Siehe Manga-Fundstück >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Hotel_BuchmesseDinge, von denen ich nicht geahnt habe, sie in meinem Hotelzimmer zu finden:
eine extrem rosefarbene Wand
Asiatische Schriftzeichen zusätzlich oder manchmal auch als kompletter Ersatz für alle deutschen Beschriftungen (Der Notausgang ist jetzt wo genau?)
ein selbstgedruckter Flyer mit Bildern von Michael Jackson und Jesus und der Aufschrift „Hölle“, in dem mir bekehrte Christen-Teenies erklären, dass ich in den Höllenschlund falle, weil ich A) Musik von Michael Jackson und B) John Lennon höre UND C) als Kind Pokemon gespielt habe. Na toll! Aber die pentrante rosa Wand is ok?

Promis, denen ich erfolgreich aus dem Weg gegangen bin, um Messegangverstopfungen und klaustrophobischen Atembeschwerden ähnlich des Arnold Schwarzenegger-Debakels von 2012 zu vermeiden:
Pandaboy Cro
Altkanzler Helmut Kohl

Autoren/Promis, die ich zwischen meinen Terminen mit der Bemerkungen „Hey, ist das nicht …“ gesichtet habe:
LutzSeiler Literaturrocker Ken Follett (Alles, was du schreibst ist gut, Ken, aber nix wird je so gut sein wie „Die Nadel“.)
„Kruso“-Autor und Gewinner des Deutschen Buchpreises Lutz Seiler (Belauschtes Gespräch überqualifizierter Fotografen beim Anblick des diesjährigen Buchpreisträgers: „Brauchen wa von dem ’n Foto?“ – „Nee, von dem brauchen wa kein Bild. Den kennt eh keiner.“ Vermutete Auftraggeber: Bild oder Bravo.)
Bergkraxler Reinhold Messner (Beim Stöbern etwaiger Kochbücher gesichtet. Wann soll ich zum Essen kommen, Herr Messner?)
Schlagerboje Costa Cordalis (Ich fand ihn irgendwo, allein in Mexi …ähm in Halle 3.1, bei der spärlich besuchten Autogrammstunde zu seiner Autobiografie „Der Himmel muss warten“. Irgendwie traurig!)

Einige Blogger, die ich endlich oder noch einmal persönlich Treffen konnte:
DIY-Fee Kate von minifilz.blogspot.de @Kate: Siehste, haben uns trotz beträchtlicher Größenunterschiede doch gefunden!
Buchblubberkönigin Anka von ankas-geblubber.blogspot.de @Anka: Hab Costa Cordalis noch gefunden und weiß jetzt, weshalb er so schwer zu entdecken war. Grund: Plastische Realitätsverzerrung!
Überzeugte Blumenschuhträgerin Dagmar von blog.geschichtenagentin.de @Dagmar: Für Leipzig brauch ich neue Schuhe! 😀

Bis nächstes Jahr, Frankfurt!

Is‘ schon wieder Buchmesse?

Impression von der Frankfurter Buchmesse // Peter Hirth

Impression von der Frankfurter Buchmesse // Peter Hirth

Am 8.Oktober knubbelt sich die Buchbranche wieder auf einem Haufen und auch ich stürze mich erneut ins Chaos Vergnügen. Selbst, wenn ich vermutlich nicht so viel Zeit zum Flanieren habe wie letztes Jahr. >>Falls es irgendwen kratzt, hier noch mal mein überaus heiterer Beitrag von der Buchmesse 2013

Wer von euch lümmelt sich dieses jahr auf der Frankfurter Buchmesse?
(Und wen juckt das Ganze nicht die Bohn? 😉 )

Aktion #1Buch3Worte
Wer Lust auf den kompletten Buchwahn in der kommenden Woche hat, dem gefällt vielleicht die Aktion #1Buch3Worte. Die kann man nicht nur auf der Messe mitmachen, sondern auch als Daheimgebliebener >>Hier bei Facebook gibt’s mehr Infos darüber

 

The Fault in our Stars: Shakespeare, bist du’s?

Normalerweise bin ich ja eine regelrechte Leseschlampe und lese einfach, was mir so in die Hände fällt. Aber nachdem mir alle mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ in den Ohren lagen, bin ich von meinem opportunistischen Leseglauben abgefallen und habe mir die Geschichte über die krebskranke Hazel und ihren Gus besorgt. Zu Englisch heißt das gute Stück ja „The Fault in our Stars“, weswegen ich als alter Anglist erst dachte, der gute Shakespeare würde bei dem ganzen eine größere Rolle spielen (da ja die Redewendung mal wieder aus einem seiner Stücke stibizt wurde). Bis jetzt hab ich zwar noch keine Träne vergossen, aber man/frau versicherte mir, es würden bald ganze Bäche fließen 😀 Ich nehme stark na, diejenigen unter euch, die schon in den Genuss von John Greens flottem Sarkasmus gekommen sind, können das bestätigen?

Das Schicksal ist ein mieser Verräter