„Was macht man mit diesen dreiundfünfzig Minuten?“

Es stimmt mich immer ein wenig traurig, wenn ich „Der kleine Prinz“ lese. Nichtsdestotrotz entdeckt man in jedem Kapitel eine kleine Wahrheit, die einen beipflichtend nicken lässt. In diesem Sinne: Der Sommer kommt, also sucht euch einen Brunnen und trinkt genüsslich daraus. Mein Kapitel des Monats:

Der kleine Prinz

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„Ich weiß nicht, was ein Buch ist.“

Mit diesen bibliomanischen Worten von Marguerite Duras melde ich mich aus der mir selbst auferlegten Weihnachts-Silvester-Pause zurück, die ich größtenteils – big surprise – mit Tonnen an Büchern und Schiffsladungen an Filmen verbracht habe. (Ganz zu schweigen dem Chaotenhaufen, den ich dankenswerterweise meine Familie nenne.) Eine – wie ich finde – äußerst zutreffende Umschreibung unseres alltäglichen Begleiters, bei der ich mir sofort die Frage stellte: Bei welchem Buch wusstet ihr zuletzt ‚Da ist eines! Grundgütiger, was für ein Buch‘ ?*     

Marguerite Duras

*In meinem Falle war es Fabian von Erich Kästner und Dear Life von Alice Munro

Is‘ schon wieder Buchmesse?

Impression von der Frankfurter Buchmesse // Peter Hirth

Impression von der Frankfurter Buchmesse // Peter Hirth

Am 8.Oktober knubbelt sich die Buchbranche wieder auf einem Haufen und auch ich stürze mich erneut ins Chaos Vergnügen. Selbst, wenn ich vermutlich nicht so viel Zeit zum Flanieren habe wie letztes Jahr. >>Falls es irgendwen kratzt, hier noch mal mein überaus heiterer Beitrag von der Buchmesse 2013

Wer von euch lümmelt sich dieses jahr auf der Frankfurter Buchmesse?
(Und wen juckt das Ganze nicht die Bohn? 😉 )

Aktion #1Buch3Worte
Wer Lust auf den kompletten Buchwahn in der kommenden Woche hat, dem gefällt vielleicht die Aktion #1Buch3Worte. Die kann man nicht nur auf der Messe mitmachen, sondern auch als Daheimgebliebener >>Hier bei Facebook gibt’s mehr Infos darüber

 

Brief an die Deutsche Bahn, No. 99: Eine Art Danksagung

Oh, Du liebe Bahn,

es ist manchmal gar nicht einfach zu genießen. Pausenlos muss man meckern und nörgeln und zetern. Und – zugegeben – was Dich betrifft, haben sie ziemlich oft recht. Du kannst einen auch wirklich zur Weißglut treiben. Bis zur Unkenntlichkeit zugerichtete Pisspötte, undefinierbare Gerüche im Abteil, fragwürdige Misskommunikation über Lautsprecher oder heimtückische APP-Irreführungen, durch die man stets viel zu spät verklickert bekommt, das Du mal wieder was länger brauchst. Und erst Dein Krisenmanagement …Puuuh! Da brauchen wir erst mal eine Lupe, um das zu finden.

Deutsche BahnDoch als eingefleischter Pendler, der im Schnitt wöchentlich mindestens 10 Stunden mit Dir verbringt, ist da noch was, dass ich Dir immer schon mal sagen wollte: Danke! Danke, für die kostenlose Extralesezeit, die ich mir im Alltagswust viel zu selten nehme und die Du mir verschaffst. Für das Beiwohnen RTL-Tagesprogrammwürdiger Unterhaltungen zwischen Gabi und Ulf, die nicht verstehen wie man mit so wenig Hartz IV so viele Suchtfaktoren finanzieren soll. Für die zahllosen Male, die eben alles glatt läuft bei Dir und ich sicher (und belesener) Zuhause ankomme. Für den einen Zugbegleiter – Du weißt schon welchen – der die Beatles-Lieder pfeifft und immer fröhlich ist. Für die friedvollen Sonnenauf- und -untergänge über den rheinländischen Feldern, die ich sonst sicher verpasst hätte. Für die Feldhasen, Wildkaninchen, Rehe, Auerhähne, Habichte und Reiher, die ich sonst nie durch den Morgennebel und die Abendsonne würde springen sehen. Jawohl. Danke, für die Zeit, ein Buch auf dem Schoß und Musik im Ohr zu haben. Für Deine Fenster mit Blick auf die Welt, welcher ich, ohne Dich, viel zu selten meine schweigsame Aufmerksamkeit schenke.

Heute zur Abwechslung mal mit Dankbarkeit aus dem Elfenbeinturm,
Signatur

P.S.: Nichtsdestotrotz hätte ich gerne meine noch ausstehenden Fenster nachgeschickt, wegen denen ich Dich mal angeschrieben hatte. Danke!

>>Alle Briefe aus dem Elfenbeinturm

Blogger schenken Lesefreude 2014 – Bin dabei!

Blogger Lesefreude 2014

Yippie, nur noch 3 Monate schlafen, dann ist Weltbuchtag. Am 23. April um genau zu sein. Zwei Bloggerinnen nahmen dies 2013 zum Anlass die Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ ins Leben zu rufen und die Begeisterung für das gedruckte Wort unter die Menschen zu bringen. Ein  dufte Sache, der sich 2014 wieder viele Blogger anschließen, um den kollektiven Lesewahn zu fördern. Auch ich verbreite in diesem Jahr literarische Freude und begebe mich nun auf die Suche nach meinem Verlosungstitel. Stay tuned!

Eure Eni Elfenbein

P.S.: Meldet euch mit eurem Blog an und schenkt mit. Hier geht’s zur Anmeldung! 

AW zum Comic Clash!

Aber hurtig spurtig zum Comic Clash heißt es vom 7. bis 10. Juni 2012, wo im Internationalen Comic-Salon in Erlangen das beste Comic-Magazin des Landes gekürt wird. Ultimatives Thema des Wettbewerbs, unter anderem in ehrwürdiger Anlehnung an bedeutende Philosophen unserer Moderne wie Meatloaf („Life is a lemon and I want my money back“) oder Hitchhiker’s Guide-Computerbrain Deep Thought („42“), ist der abgefahrene unergründete Sinn des Lebens.
Gebattelt wird bereits und wer will, kann jetzt schon ordentlich mitmischen und hier voten. Längst mitten im comic-komischem Tam-Tam ist sowieso Mister Dogdays persönlich, ja, der Pe+ter.

Daher soll an dieser Stelle bloß dezent auf den haus+männischen Favoriten hingewiesen werden.
Etwa so:

Buch vs. Film: The Hunger Games

Alle lieben Jahre entscheiden sich die Filmemacher unserer Zeit, den Erfolg einer entweder verstaubten oder brandneuen Fantasy- oder Utopie-Buchreihe auch im Kino zu vermarkten. 2008 erschien der erste Band von Suzanne Collins Triologie The Hunger Games und bereits 2012 verlieh Hollywood den Buchcharakteren Gesichter.

V wie Vendetta, Planet der Affen,Orwells 1984. Literarische Dystopien spalten nicht selten die Lesegeister, zeichnen sie sich doch meist durch ihr Kritik an der diktatorischen Obrigkeit und das eher beklommene, negative Finale aus. Auch die Geschichte vom Leben und Leiden der Katniss Everdeen, die für ihre Schwester in eine Fernsehshow namens Hunger Games zieht, wo sich 24 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren regelrecht abschlachten und mit psychologischer Taktik zugrunde richten, entspricht dsytopischen Kriterien. Klingt nicht besonders möglich, denkt man zunächst, klappt Collins Buch zu, malträtiert seine Fernbedienung und entschließt sich nach Sendungen, in denen Großmütter an Familien versteigert werden, Heidis Mädchen für ein Foto auch ohne doppelten Boden grazil Brücken hinunterspringen würden, Johnny Knoxville seine Harnröhre aus Showmanie Katheterabhängig quetscht oder Bohlen nach Jahren beleidigender, unqualifizierter Semi-Kommentare nun auch Kinder in die TV-Pfanne des Selbstbewusstseins hauen will, dass die Hunger Games so abwegig gar nicht mehr sind.

Angelehnt an die mythologischen Erzählungen über Theseus und den Minotaurus, erschuf die amerikanische Autorin Suzanne Collins eine Triologie, die in Buchhandlungen getrost bei den Jugendbüchern eingestellt wurde, auf der Leinwand durch ihre FSK 12 jedoch zahlreiche Diskussionen vom Zaun brach. Zu Recht, wie scheint, denn man kommt nicht drum herum den Gedanken zu zücken, dass der Kommerz in diesem ‚Spiel‘ ein nicht ganz unwichtiger Begriff ist. Auch wenn die höheren Jahrgänge der Damen und Herren Fangemeinschaft utopischer Literatur hin und wieder einen Ravenclaw-Schal stricken oder nun Mockingjay-Anstecker an ihre Jacken pinnen, Umsatz via Bravo, parteiischen T-Shirts  und Co. kauft statistisch doch eher das pre-pupertierende Volk.

Buch vs. Film The Hunger Games:  Nicht immer bedeutet, den Buchautor zum Drehbuchautor zu ernennen, auch ein buchnahes Filmskript. Suzanne Collins ans Set zu holen, stellte sich jedoch nicht allein auf Grund ihrer TV-Erfahrung bei Nickelodeon als goldrichtige Entscheidung heraus, zumal ihr Buch bereits in vielerlei Hinsicht szenische Vorlagen liefert. Die ungewöhnliche Umsetzung durch übermäßige Kamerawackler und schlichte Unübersichtlichkeit bei Kampfszenen bietet für viele Zuschauer Grund zum genervten Stöhnen, kitzelt aber passgenau Katniss‘ subjektive Sicht und Unvorhersehbarkeit der Dinge heraus. Im Hinblick auf die Literaturverfilmungen der letzten populären Jugendbuchreihen ist wohl mit Verlaub zu sagen, dass man dem Herrn im Stillen für deutlich besseres schauspielerisches Können, als es zu Beginn der Harry Potter-Saga der Fall war, oder einfach nur für die Wahl der aussageträchtigeren Buchvorlage, als wir es von pseudo-bissigen Glitzer-Vampirromanen gewohnt waren, dankt.

Hervorstechend gut ist die Besetzung der Nebencharaktere, wie Haudegen Woody Harrelson, dem göttlichen Stanley Tucci und Donald Sutherland als obligatorischen Mann mit weißer Haarpracht; seit Tolkien unmöglich wegzudenken aus einem fantastischen Werk. Trotz abgeschwächter Härte der Hunger Games, weniger Liebelei und der Notwendigkeit Nebenstränge zu schmälern, bekommen Bibliomanen mit der cineastischen Darstellung des Buches nur wenig Nörgelpotential geboten.

Sieger: Der bleibt dies Mal tatsächlich auf der Strecke, denn Buch und Film bleiben zumindest was Band 1 betrifft einander treu. Man darf auf die filmischen Fortsetzungen gespannt sein.

Alle Beiträge der Rubrik Buch vs. Film gibt’s hier.

Text: Eni Elisa Hausmann