The Fault in our Stars: Shakespeare, bist du’s?

Normalerweise bin ich ja eine regelrechte Leseschlampe und lese einfach, was mir so in die Hände fällt. Aber nachdem mir alle mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ in den Ohren lagen, bin ich von meinem opportunistischen Leseglauben abgefallen und habe mir die Geschichte über die krebskranke Hazel und ihren Gus besorgt. Zu Englisch heißt das gute Stück ja „The Fault in our Stars“, weswegen ich als alter Anglist erst dachte, der gute Shakespeare würde bei dem ganzen eine größere Rolle spielen (da ja die Redewendung mal wieder aus einem seiner Stücke stibizt wurde). Bis jetzt hab ich zwar noch keine Träne vergossen, aber man/frau versicherte mir, es würden bald ganze Bäche fließen 😀 Ich nehme stark na, diejenigen unter euch, die schon in den Genuss von John Greens flottem Sarkasmus gekommen sind, können das bestätigen?

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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7 Gedanken zu “The Fault in our Stars: Shakespeare, bist du’s?

  1. Wie so oft, habe ich zwar den aktuelle Kinofilm gesehen, aber (noch) nicht das Buch gelesen. Mir ging es damit ähnlich wie Dir. Meine erste Einschätzung des Films war „Teenie-Schnulze“. Als ich dann aber von mehreren Erwachsenen hörte, das der Film außergewöhnlich gut war, hab ich ihn mir doch angeschaut. Sehr oft war es zwar dann doch die erwartete Teenie-Schnulze, welche die romatische Liebe in Hollywood-Höchstform darstellte, trotzdem hatte der Film etwas besonderes. Der Umgang mit dem Thema Tod war sehr gerührend, besonders im letzten Abschnitt des Films. Da sind auch einige Tränen bei mir geflossen, wenn es auch nicht ganz Bäche oder Eimerweise war.

    Bin gespannt von Dir zu hören, wie Dein Fazit lautet, wenn Du mit dem Buch fertig bist.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Du Dich bereits offen mit dem Thema Tod auseinander gesetzt hast. Ist das so?

    Marion und ich hatten eine interessante Diskussion zu diesem Thema hier http://lebenswege101.wordpress.com/2014/07/13/film-nokan-die-kunst-des-ausklangs/ begonnen, welche wir dann auf ihrem Blog fortgesetzt hatten. Genau in dieser Zeit habe ich mir den Film „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ angeschaut. Diese Diskussion war sicher eine zustätzliche Motivation für mich, mir den Film anzuschauen. Ich habe jedoch schnell festgestellt, dass ich dieser Diskussion bei weitem nicht so viel beisteuern kann wie Marion. Ich habe mir, auf Anregung von Marion, den Film „Elisabeth Kübler-Ross – Dem Tod ins Gesicht sehen“ angeschaut und war beeindruckt und bewegt. Vor allem ein alter Mitschnitt eines Vortrags in Zürich mit ihr, welcher als Extra auf der DVD ist, hat mich sehr berührt.

    Liebe Grüße,
    Uli

    • Hi Uli,
      so habe mir den Film auch schon angeschaut und das Buch gelesen. Rotz und Wasser geheult habe ich auch, aber das heißt bei mir nix 😉 Es ist ja einfach ein bewegendes Thema. Beim Buch habe ich relativ lange ohne Tränen durchgehalten. Bin allerdings etwas hin und her gerissen, wie ich es finden soll. Ich habe mich den Charakterern nicht wirklich verbunden gefühlt, und obwohl die Story (wie erwartet) traurig war, fehlte mir ein wenig die Tiefe. Ich würde zwar nicht so weit gehen wie BeckieO hier in ihrem Dislike-Video: https://www.youtube.com/watch?v=rt5_rSYQgzM aber bei einigen Punkten spricht sie mir schon aus der Seele. Vor allem bei der Art und Weise wie Teenager sprechen. Der erste Kuss war zudem tatsächlich etwas eigenartig. Ich hätte das Klatschen passender gefunden, sobald Hazel diese ganzen Treppen gemeistert hatte.

      Meist ist es ja auch der Hype der die Erwartungen schürt 🙂 Habe ein bisschen geweint und ein bisschen gelacht, aber viele Aha- oder Überraschungs-Momente gab es jetzt nicht. Ansonsten war es sehr süffig geschrieben, so dass man es gut in ein oder zwei Zügen ausglesen hatte. Persönlich fand ich „My sister’s keeper“ wesentlich authentischer, selbst wenn die Teenager-Liebe da nur einen Bruchteil der Geschichte ausmacht.

      Ein beeindruckender Film zu diesem Theme ist auch „My life without me“. Zwar geht es nicht um cancer kids, aber eine kleinere Produktion, die ich ganz sehenswert fand. Vielleicht kennst du ihn ja?

      • Ich denke, zum Film „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ gibts nicht viel mehr zu sagen, wir sind ziemlich gleicher Meinung. Mein Fazit: Der Film wird von mir keine Auszeichnung bekommen, hat viele Schwächen aber auch einige schöne Punkte (z.B. die Idee mit der Grabrede), wegen dessen es sich durchaus lohnt, den Film bei Gelegenheit anzuschauen – falls man über die Schwächen hinwegsehen kann. Die Mühe das Buch zu lesen, werde ich mir sicher nicht machen.

        Überraschender Weise hab ich „My sister’s keeper“ noch nicht gesehen. Nachdem ich mir jetzt den Trailer angeschaut habe, reizt es mich jedoch wenig. Es erinnert mich zu sehr an Nicholas Sparks Bücher/Verfilmungen, die immer das gleiche Schema haben und mich emotional um den Finger wicklen wollen, um mir Tränen herauszulocken. Dazu kommt, dass ich ein gebranntes Kind bin was Nick Cassavetes angeht, der Regisseur von „My sister’s keeper“. Er hat auch „The Notebook/Wie ein einziger Tag“ von Nicholas Sparks verfilmt, teilweise für mich erfolgreich durch das geniale Casting von Rachel McAdams und Ryan Gosling und den wunderschönen Bildern; teilweise ein Misserfolg, weil er in ALL seinen Filmen seine Mutter in eine Rolle steckt – in diesem Fall, eine völlige Fehlbesetzung, die mir den halben Film kaputt gemacht hat. Gena Rowlands ist einfach keine überzeugende Rachel McAdams im hohen Alter. Die Szenen mit McAdams haben mich verzaubert, alle Szenen mit Rowland haben mich angewidert und schauspielerisch überhaupt nicht überzeugt.

        „My life without me“ kannte ich überhaupt nicht. Hier hat mich der Trailer sofort verzaubert und ich hab ihn umgehend auf meine Einkaufliste gesetzt (ganz nach oben). Vielen Dank für den Tipp.

      • „My sister’s keeper“ hat definitiv diese aalglatten Sparks-Elemente intus. Das beginnt ja meist schon bei diesen goldschimmernden weichen Farben, die immer alles so „sparkly“ machen 😀 Habe das Buch vor Jahren mal gelesen und das hat ziemlich düstere Facetten, die es nicht mal in den Film geschafft haben. Das Ende wurde im Film auch komplett romantisiert.

        Eine amerikanische Produktion zum Thema „Junge Menschen, die an Krebs erkranken“, die ich sehr mochte, war „50/50“. Manchmal hat man richtig germerkt, dass die Szenen auf den echten Erfahrungen des Drehbuchautors basieren. Zudem mag ich einfach Joseph Gordon-Levitt 😉

        Gena Rowlands mag ich an sich sehr gern (In „Leben und lieben in L.A.“ fand ich sie super), aber in „The Notebook“ stimmte ja so einiges nicht. Angewidert hat sie mich jetzt nicht gerade 😀 Aber ich schätze bei Nicholas Sparks Verfilmungen ist ja immer alles so n bisschen …naja, sparkly eben. ‚N bisschen Liebe zwischen inkompatiblen Menschen, ’ne unheilbare Krankheit oder ein unerwarteter Tod und natürlich das Meer. Das darf natürlich nicht fehlen. Ohne Meer und Hafen isses kein richtiger Sparks 😀 Um seine verfilmungen zu gucken, muss ich immer in einer ganz bestimmten Stimmung sein. Ansonsten mache ich mich permanent über diese Überromantisierung lustig 🙂

      • Die Sparks-Elemente hast Du super beschrieben, ich hab mich kaputt gelacht. Stimmt genau. Ich glaube fast, man findet nur den Sparks-Film gut, welchen man zuerst sieht. Alle anderen danach fühlen sich als billige Kopien an. Ich weiss noch, dass ich meinen ersten Sparks-Film „Message in a bottle“ echt gut fand. Alles andere danach nicht mehr. Oder ich war noch sehr jung damals, auch möglich. 🙂

        50/50 sieht toll aus. Kaufen! Er hat auch eine wahnsinns Besetzung – ich hab fast jedes Gesicht wiedererkannt, ganz vorne natürlich die liebliche Anna Kendrick. Joseph mag ich auch sehr. Hast Du „(500) Days of Summer“ gesehen? Den fand ich aussergewöhnlich gut und story-mäßig voller Überraschungen. „Looper“ war auch super, in vielerlei Hinsicht. „Don Jon“ fand ich auch sehr gut, wobei meine weiblichen Freunde ihn alle schrecklich fanden – versteh ich gar nicht. 🙂 (Übrigens, er hat dort auch selbst Regie geführt.) Was ist Deine fachfrauische Meinung zu letzterem Film?

        Ich muss aufhören bevor ich 10 weitere Filme aufzähle. 🙂

      • Deine Sparks-Theorie könnte hinkommen. Ich glaube mein erster war „a walk To remember“, danach war alles eine große Wiederholung. Obwohl „Dear John“ fand ich noch ganz gut, weil ich die Beziehung zum Vater irgendwie mochte (wenn auch vermutlich aus medizinischer Sicht etwas romantisiert). Ich hab „Message in a bottle“ relativ spät gesehen, und muss sagen,ich hab mich am Ende irgendwie veräppelt gefühlt. Ich glaube, weil mir dieses ganze Ah-Hauptprotagonist-hat-Sinn-seines-Lebens(=Liebe)-gerafft-aber-awwww-leider-ist-die-Zeit-um-und-du-oder-irgendwer-den-du-liebst-muss-sterben-döhööh-Szenario zu diesem Zeitpunkt schon etwas auf den Keks ging. Obwohl „Safe Haven“ war ja auch sehr …interessant: Nur Nic Sparks macht aus besorgniserregenden Halluzinationen eine gottgegebene Fügung. Eine hohe Kunst! 😀

        Aufgezählte Filme mit Levitt alle gesehen und alle super! Finde, der macht sowieso sehr gute Projekte. „Don Jon“ fand ich klasse, kein in dem Sinne ‚großes Kino‘, aber ich fands gleichzeitig authentisch und überzeichnet. Kenne einige solcher Männer, die so leben: Eigentlich herzensgut, aber etwas gebrandmarkt von den Erwartungen an ihre Sexualität durch Freunde o.ä. Und ich war ohnehin schon immer der Meinung: Pornos sind ebenso unrealistisch wie Nicholas Sparks-Verfilmungen.

      • Sparks/Pornos: LOL 🙂

        Hast Du wunderbar beschrieben.

        Stimmt, kein großes Kino aber ein klasse Film. Mir hat das überzeichnete an den Charaktere in „Don Jon“ auch total gefallen, weil es etwas so realistisches hat. Es gibt genug Leute auf der Welt, die genau so sind wie Levitt, sein Vater oder Johannson im Film. Wunderbar, mit welcher Ernsthaftigkeit alle ihre Rollen gespielt haben. Bei den Vater-Sohn-Diskussionen bin ich fast vom Stuhl gefallen vor Lachen. Bei Johannson dachte ich erst, die wird im Verlauf des Films noch einlenken, eine Einsicht bekommen. Aber nein, sie hält eisern an ihrer Meinung fest. Das fand ich wunderbar. Um so stärker war dann die Wirkung (und optisch wunderbar umgesetzt) wie sich Levitt langsam wandelt. Nur das Ende mit Julianne Moore fand ich ein bisschen übertrieben und aufgesetzt.

        Achso, vorsicht Spoiler-Warnung an Deine lieben Leser.

        Da sind wir jetzt weit gekommen: von „The Fault in our stars“ über Nicolas Sparks/Pornos zu „Don Jon“. 🙂 Ich hoffe, bei den vielen Schlüsselwörten landet mein Kommentar nicht in Deinem SPAM Filter. 🙂

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