Brief an …Amazon

Oh, großes Amazon,

ich weiß ja gar nicht, warum alle gerade auf Dir rumhacken. Den ganzen Wind wegen dieser Alle-Verlage-hassen-Dich-Angelegenheit. Die könnten allesamt mal ein bisschen Rücksicht auf Dich nehmen. Spätestens bei Deinem komplett aus dem Kontext gerissenen Orwell-Zitat im Open Letter an Hachette hätten Sie doch alle merken müssen, dass Du in puncto Literatur …nun ja, in der Schule womöglich etwas langsamer warst. Und dann auch noch ein Zitat von George Orwell zu wählen. Genial! Du weißt schon, wegen monotonem totalitärem 1984-Überwachungsstaat undsowAmazoneiter. Ironie vom Feinsten! Naja, im Grunde darf ich bei dem ganzen Ich-schreib-Dir-n-offenen-Brief-Wuäh-Wuäh-dann-schreib-ich-Dir-eben-auch-n-offenen-Brief-Kindergarten gar nicht mitreden. Drucker und Kabelzeugs bei Dir bestellen, na gut. Und auch auf die ebook-Diskussion mag man sich einlassen, mit der Hoffnung, dass sie zu einer einheitlichen und keiner ellbogenorientierten Lösung führt. Besser als jeder andere, weißt Du, dass Dir bei ebooks grad keiner das Wasser reichen kann. Obwohl Dein Mount Everest-Angebot von ebooks für unschlagbare 0,00€ (Liebe – noch lebenden – Autoren, seid ihr euch so wenig wert?) möchte ich nicht besteigen. Du könntest wenigstens noch ‘ne Tonne Lebenszeit für 1,-€ drauflegen. Damit man genug Zeit hat, alle zu lesen.

Immer diese Hetze

Warum ich beim Amazon-Hickhack nicht mitplappern darf, ist wegen meiner Indifferenz in Sachen Printbuch-Einkauf: Weißte, ob ich nu zur überfüllten Poststelle gehe, um da mein Amazon-Paket einzusammeln, weil ich eh nie zuhause bin, wenn der DHL-Mann kommt. Oder ob ich bei meinem VLB-gekoppelten Buchhändler die Straße runter per Telefon oder Online-Formular was bestelle, das dann am nächsten Tag da ist und sogar frei Haus geschickt wird. Also, das ist doch echt schnuppe. Letztere Möglichkeit bietet sogar noch einen kostenlosen Literaturscherz über die Ladentheke hinweg – vom Inhaber höchstpersönlich. Tjaja. Außerdem ist da noch die Sache mit der Eile. Keinen Plan, warum die Leute sich von den zeitfressenden grauen Herren so hibbelig machen lassen; immer diese Hetze beim Buchkauf. Pfui! Demnächst wird bei der Auswahl des gewünschten Liefertermins noch der „Vorgestern“-Button programmiert.

Ja. Naja. Vielleicht.

Aber gleich morgen bestell ich ’n Buch bei Dir, damit ich mal sehe, was ich verpasse. Obwohl …morgen wollt ich zur Mayerschen. Da spielen nachmittags immer Studenten und andere Kunden auf dem Klavier. Dabei kann man in der Sitzecke schön lesen, während die Musik das ganze Gebäude füllt. Ach, und übermorgen wollte ich noch zu so ’ner kleinen Buchhandlung zwei Straßen weiter, die machen Spätlesen mit Wein und Snacks. Voll gemütlich! Und das Jugendbuch, das ich noch kaufen wollte, ich denk, dass bestell ich lieber beim Verlag direkt. Weil, die kriegen dann mehr Geld; so ganz ohne Vertriebskosten. Und weißte, die ham sich mit dem Buch so viel Mühe gegeben.

Aber nächste Woche dann. Nächste Woche bestell ich mir bei Dir ’n Buch …vielleicht.

Signatur

Advertisements

Kommentare? Gedanken? Ideen?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s