Oetinger34, Zukunftshunger und das gehaltlose Nörgeln

Liebe Elfenbeintürmler,
auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse konnte man sich vor lauter Portalankündigungen der großen Verlage kaum retten. Einen ordentlich gebündelten Artikel – wie ich finde – hat hierzu u.a. Bloggerin Charlotte Reiman verfasst >Zum Beitrag

Oetinger34Eher unbeabsichtigt trudelte ich auf der Buchmesse in das Speedmeeting des neuen Kreativportals Oetinger34 (>Mehr im Interview mit Oetinger-Verleger Till Weitendorf) und ergatterte mit einem meiner verstaubten Kinderbuchprojekte noch vor Ort eine Wildcard. Vergleichbares Portalkonzept kannte ich flüchtig aus den USA, wo Booktrope seine Kreise zieht.

Als Leser tummele ich mich immer wieder gerne auf dem ein oder anderen Verlags- und Selfpublishing-Portal, ganz gleich welcher Art. Als genügsame Schreibfee, die seit jeher auf vollendeten und unvollendeten Buchprojekten hockt, wie eine Elster auf ihrem stibitzten Schatz, hat mich jedoch nie ein Portal gereizt. Anders beim Oetinger34-Konzept, bei dem für mich gleich dreierlei Nutzen im Raum stehen: Ordnung in meinem (Kinder- und Jugend-)Geschichtenwirrwarr schaffen, im ausgewählten Illustratoren-Netzwerk stöbern und Feedback im frühen Arbeitsstadium erhalten. Vor allem hat mir Oetinger34 jedoch nach Langem wieder Hunger bereitet, und zwar Hunger nach ausgereiften zukunftsweisenden Verlagskonzepten.

Einige wenige Nörgler nörgeln selbstverfreilich bereits im WWW über ein weiteres Portal zur Gewinnoptimierung und unerhörten Bereicherung eines Verlages. Aber wirklich! Immer diese kostenlose Portale, die dann am Ende doch noch Geld für freiwillige Gutachten kassieren wollen. Wo doch Verlage von Literaturliebe leben und so! Da fallen einem ja glatt wieder die Murrer über die jährlichen, unerhört hohen 80 Cent-Kosten für Whatsapp ein. Apps und Portale werden ja glücklicherweise von arbeitstüchtigen Lektoratselfen konzipiert, die nie schlafen und die der Weihnachtsmann mit Keksen finanziert. Puh! Man stelle sich vor, die müsste man alle mit echten Münzen bezahlen. Undenkbar. Es lebe die Gratiskultur!

Eure Eni

P.S.: Wer mehr über die kleine Verlagsrevolution Oetinger34 lesen möchte: >Hier ein Beitrag auf boersenblatt.net

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